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Zunfthaus zur Meisen (Palais Meisen)

Kreis 1, Münsterhof 20

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Die Zunft der Weinschenker, Fasszieher, Sattler und Maler wurde um 1336 unter dem Namen «Zunft zur Wynlütten» gegründet. Um 1449 erwarb die Zunft "der Meisen Hus" an der Marktgasse, worauf sie auch diesen Namen übernahm. Das Zunftwappen zeigt eine Meise auf zwei gekreuzten Fasshahnen. Die Zunft zur Meisen hat 230 Partizipanten und 40 Gesellschafter. Somit ist sie heute die grösste aller Zürcher Zünfte.

Im 18. Jh. war das Haus an der Marktgasse  zu klein geworden und genügte auch sonst den Ansprüchen der Zunft nicht mehr. Es musste ein grösseres, repräsentatives Gebäude her. Die Zunft beauftragte den Architekten David Morf mit der Planung und dem Bau eines neuen Zunfthauses am Münsterhof. Morf war ein erfahrener Architekt, der mit den damaligen Repräsentativ-Bauweisen Frankreichs und Österreichs vertraut war. Dank dieses Architekturverständnisses entstand 1757 am linksseitigen Ufer der Limmat, gegenüber des Grossmünsters, einer der prächtigsten Rokokopaläste der Schweiz.

Das Palais Meisen war Schauplatz zahlreicher wichtiger Ereignisse und Anziehungsort berühmter Persönlichkeiten. Im 19. Jh. befand sich im Parterre das Kaffeehaus «zur Meisen», in dem Kunstschaffende wie Ferdinand Hodler und Gottfried Keller regelmässig ein- und ausgingen. Später waren auch Königin Elisabeth II., König Gustav von Schweden, Jimmy Carter und Winston Churchill Gast im Hause. Letzterer hielt am Münsterhof eine denkwürdige Rede. Heute befindet sich im Haus unter anderem das Porzellanmuseum. Die Räumlichkeiten in der Beletage und im zweiten Obergeschoss können für Anlässe unterschiedlicher Art gemietet werden.

 

Die Fassade des Barockpalais mit riesigem Walmdach ist zur Limmat hin durch Pilaster gegliedert, abwechselnd mit und ohne Kapitell. Das Sockelgeschoss ist gebändert. Ein grosser Rundgiebel markiert optisch den Mittelrisalit, während die beiden Seitenrisalite von je einem Dreiecksgiebel bekrönt werden. Aufwändiger Rokoko-Fensterschmuck ziert die Beletage. In der Mitte prangt ein Balkon mit spektakulärem Schmiedeeisengeländer, auf drei Konsolen ruhend. Darunter ein Rundportal. Auf der Fraumünsterseite setzt sich die Fassadengliederung fort. Auch hier wartet die Beletage mit einem prachtvollen Balkon auf. Bemerkenswert ist die Gebäudeseite gegen den Münsterhof. Zwischen den beiden Seitenflügeln liegt ein französischer Ehrenhof mit einer prächtigen Portalanlage. Ein wertvolles Schmiedeeisentor wird flankiert von zwei Steinpfosten mit Vasenaufsätzen.

Eine Feststiege mit Schmiedeeisengeländer führt in die oberen Geschosse. Auf die Ausstattung der Räume wurde beim Bau besonderer Wert gelegt. Grossflächige filigrane Rokoko-Stukkaturen zieren die Decken, Zwickel, Wände und Supraporten. Sie sind das Werk des Tiroler Meisters Johann Schuler. Die wertvollen Turmkachelöfen stammen von Leonhard Locher und Hans Jakob Hofmann. Die Decken- und Wandgemälde sind das Werk  des Schweizer Barockmalers und Kupferstechers Johann Balthasar Bullinger. Die Wände des Porzellanmuseums in der Beletage sind mit Holzvertäfelungen ausgekleidet, was einen Kontrast zur reich stuckierten Decke bildet. Der grosse unterteilbare Zunftsaal mit ebenfalls reichstem Stuckdekor bietet ein stilvolles Ambiente für rauschende Bälle und Feste.

Zürich ist hauptsächlich von mittelalterlichen Häusern sowie stattlichen Gebäuden aus der Belle Epoque geprägt und weist nur wenige barocke Repräsentativbauten auf. Mit dem Palais Meisen verfügt die Stadt jedoch über ein besonderes Juwel aus jener Zeit, welches selbst mit den prächtigsten Adelspalästen der Monarchien mithalten kann.

 


 


 

 

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