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Augustinerkirche

Kreis 1, Agustinergasse 8

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Der Augustiner-Orden entstand um 1256 durch den Zusammenschluss mehrerer Eremiten-Gemeinschaften, die der Regel des Heiligen Augustin folgten. Die Augustiner in der Stadt Zürich kümmerten sich primär um die Armen, indem sie Almosen für sie sammlten. Um 1270 wurde für die Augustiner am westlichen Teil der damaligen Stadtmauer ein Kloster mit Kirche erbaut. Dort, wo heute der Münzplatz ist, existierte einst ein Pestfriedhof, der vermutlich im Verlauf des 16. Jh. aufgelassen wurde. Die Klosterkirche dürfte nach ihrer Errichtung vorerst nur spärlich ausgestattet gewesen sein, da ein Altar und der Lettner erst um 1314 erwähnt werden. Ursprünglich verfügte die Kirche über einen lang gezogenen Mönchschor. An diesen wurden im 15. Jh. seitlich zwei Kapellen angebaut.

Bis zur Reformation um 1524 verfügte die Augustinerkirche über zwölf Altäre. Um 1526 wurde der Hochaltar demontiert und sein Material zum Teil für den Kanzellettner im Grossmünster verwendet. Höhnisch liess der Reformator Huldrych Zwingli verlauten, dass er das Evangelium auf dem «Götzenaltar der Augustinerchilchen» stehend verkünden wolle. Das Chorgestühl wurde ebenfalls entfernt. Es steht seit 1527 in der St. Peterkirche und ist bis heute erhalten. Die Steinkanzel und die Orgel aus der vorreformatorischen Zeit sind nicht mehr erhalten.
Die Reformation hatte die völlige Profanierung der Augustinerkirche zur Folge. Das Langhaus wurde als Kornschütte und Trotte benutzt und für diesen Zweck stark umgebaut. Um 1597 wurde im Chor und in den beiden Seitenkapellen die Münzstätte eingerichtet, eine Mauer zwischen Chor und Schiff eingezogen und darüber für den Münzmeister eine Wohnung eingerichtet. Um 1843 baute Ferdinand Stadler die Kirche im neugotischen Stil um. Dabei wurde die Westfassade zur Hauptfront mit Masswerkfenster und Portal. Der vermauerte Chor wurde geöffnet und die drei Kirchenschiffe mit Kreuzrippengewölben überspannt. Malerei und Altäre bildeten die neue Kirchenausstattung. Um 1845 erhielt die Kirche eine neue Orgel. Um 1864 ging die Augustinerkirche in den Besitz der Katholiken über. Der Dachreiter kam erst um 1900 hinzu.

 

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche so häufig verändert, dass vom mittelalterlichen Gotteshaus heute nur noch das basilikale Langhaus mit den Seitenschiffen erhalten ist. An der Aussenwand der Sakristei sind noch Fragmente eines Freskos sichtbar, das den Marientod zeigt. Es stammt aus der Zeit um 1400. Das ehemalige Kloster an der Südseite und der Kreuzgang sind verschwunden. In den Jahren 1936 und 1938 wurde der Mönchschor mit den beiden Seitenkapellen abgebrochen und an dessen Stelle das Kirchgemeindehaus erbaut. Bei der Gestaltung des neuen, fensterlosen und stark verkleinerten Chors hielt man sich an gotische Vorbilder. Um 1958 rekonstruierte man die mittelalterliche Kirche anhand des Murerplans von 1576. Die neugotischen Elemente wurden entfernt. Das Mittelschiff sowie die beiden Seitenschiffe wurden mit einer flachen Holzdecke überspannt, wie es ursprünglich der Fall war.
Vier Säulenpaare tragen die deutlich niedrigeren Seitenschiffe und trennen diese vom Mittelschiff ab. Die Kreuzigungsgruppe im Chorbogen, Taufstein und Altar wurden 1959 von Franz Fischer geschaffen. Die Grabplatte eines im Jahre 1467 verstorbenen Vigilius Gradner wurde 1886 entdeckt und ist heute an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes aufgestellt. Ebenfalls wiedergfunden wurde eine gotische Wandnische. Sie ist in der Südwand des Chors eingemauert. Die heutige Orgel der Firma Kuhn in Männedorf mit 42 Registern wurde 1959 eingebaut.

 


 


 


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