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Kirche St. Anton

Kreis 7, Neptunstrasse 70

Ende des 19. Jh. standen in der Stadt Zürich bereits vier katholische Gotteshäuser. Unter den Katholiken von Hottingen und den benachbarten Quartieren wuchs allmählich das Bedürfnis nach einer eigenen Kirche. Ein eigens dafür gegründeter Verein legte bereits 1898 fest, dass die angestrebte Kirche dem hl. Antonius von Padua geweiht werden soll. 1901 konnten die Katholiken in der Nähe des Kreuzplatzes, zwischen Minerva- und Neptunstrasse ein Grundstück für Kirche und Pfarrhaus erwerben. Fünf Jahre später erfolgte die Grundsteinlegung. Im Oktober 1908 weihte der damalige Churer Bischof Georg Schmid von Grüneck (1851-1932) die nach Plänen des Architektenteams Robert Curjel und Karl Moser erbaute Kirche ein. Ab 1910 war St. Anton eine selbstständige Pfarrei. 1977 erfolgte eine Aussenrenovation, 2001/02 eine Innenrenovation.

Die Antoniuskirche in Hottingen ist ein markanter und recht eigenwilliger Bau mit charakteristischem Glockenturm. Der Bau greift Konzept und Formen der Romanik auf, mischt diese aber deutlich mit dem Jugendstil, insbesondere im Dekor. Das basilikale, durch Rundpfeiler gegliederte Innere weist eine edle Ausstattung auf. Die Kanzel aus glänzendem Siena-Marmor trägt vier grosse Bronzereliefs von Andreas Köhler. Sie zeigen die hll. Ambros, Gregor, Hieronymus und Augustin. Aus dem selben Marmor ist der Hochaltar gefertigt. Er ist mit Priester- und Engelsfiguren bestückt. Der Volksaltar aus weissem Carrara-Marmor wurde 2002 von Hans-Peter von Ah angefertigt.

 

Rechts neben dem Haupteingang befindet sich die Taufkapelle mit einem reich gestalteten Taufstein von Johann Michael Glässel. Die Orgel stemmt aus dem Hause Kuhn in Männedorf.

Die Glanzstücke der Antoniuskirche sind die Malereien. Die Kreuzwegstationen, die Fresken über den Seitenaltären, die Malereien in der Taufkapelle und das monumentale Apsisfresko stammen von Fritz Kunz. Zu letzterem gibt folgender separater Text Aufschluss.
 

Das grosse Apsisfresko von Fritz Kunz

Es ist mit seinen 200 Quadratmetern fast halb so gross wie ein Basketballfeld und somit wohl eines der monumentalsten sakralen Gemälde weit und breit. Es beherrscht den Kirchenraum der Antoniuskirche dermassen, dass dieser fast ohne weitere Ausschmückung auskommt. Es ist das glanzvolle Werk eines Zuger Malers, dessen Bedeutung zu Unrecht erst allmählich ins Bewusstsein der Nachwelt gelangt. Johann Friedrich (Fritz) Kunz, 1868 in Einsiedeln geboren, und von 1919 bis zu seinem Tod im Mai 1947 in Zug wohnhaft, wird heute als einer der produktivsten Kirchenmaler der Innerschweiz angesehen. Kunz’ frühere Werke zeigen noch stark den Einfluss neobarocker Kirchenmalerei Süddeutschlands. Eindrücklich zu sehen an seinen Deckengemälden in der Pfarrkirche von Arth oder in der Klosterkirche Disentis.

Im Lauf der Zeit hat sich sein Malstil mehrfach verändert, wie ein entsprechender Eintrag des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft (SIK) ausführlich beschreibt. Dies zeigt sich selbst dem Laien, betrachtet er Werke des Malers aus seinen unterschiedlichen Schaffensepochen. In den Jahren 1906 und 1907 nämlich erhielt er den Grossauftrag, den Chor der neoromanischen Liebfrauenkirche in Zürich auszumalen. 20 Jahre später folgte ebenda ein  Gemäldezyklus im Hauptschiff. Hier schweift Kunz um Welten von seinem bisherigen Stil ab und orientiert sich an der altchristlich-byzantinischen Schule, wie sie im ausgehenden 19. Jahrhundert in der süddeutschen Abtei zu Beuron im Donautal gelehrt wurde. Unser besagtes Riesengemälde in der Zürcher Antonskirche entstand im Jahre 1921 und weist noch Züge auf, die nach Beuron verweisen, ist aber gleichzeitig geprägt vom italienischen Stil der Frührenaissance, dessen sich Kunz hauptsächlich in den 20er-Jahren bediente.

Eine gewisse Ikonenhaftigkeit wohnt den dargestellten Figuren zudem inne. Kunz war bestrebt, die sakrale Wirkung seiner Gemälde der künstlerischen Detailgenauigkeit überzuordnen. Des Zugers Apsismalerei in Zürich-Hottingen ist demnach eine ausdrucksstarke Lobpreisung von Gott, dem Herrn. Sie zeigt einen monumentalen Jesus Christus auf dem Thron sitzend, bekrönt von Gottvater selbst sowie dem Heiligen Geist - somit eine Dreifaltigkeitsdarstellung. Die zentrale Szene mit den übergrossen Hauptprotagonisten wird umgeben von den Aposteln, von Engeln, Heiligen und kirchlichen Figuren. Das monumentale Werk füllt die gesamte Apsiswand aus und fasziniert durch seine ausserordentliche Leuchtkraft.

Gemäss SIK wird die Qualität von Fritz Kunz’ Gemälden in historistischen Kirchenbauten erst nach und nach erkannt, was dem Zuger Maler dereinst einen grösseren posthumen Ruhm zuteil werden lassen könnte als bisher. Von ihm sind im Übrigen auch in Zug mehrere Werke erhalten. Beispielsweise in der Institutskirche Menzingen, in der Zuger Johanneskirche, in der Pfarrkirche St. Michael und im Museum Burg Zug. 1990 fand in Zug eine grosse Kunz-Ausstellung statt.

 


 


 



 

 

 

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